Im Interview erklärt Patrick Postel die Idee hinter dem Digital-Kongress, der mittlerweile der größte seiner Art ist. Die solutions.hamburg in ihrer jetzigen Form wurde 2015  gemeinsam mit guten Freunden ins Leben gerufen. Postel ist Geschäftsführer des Hamburger IT-Unternehmens Silpion.

Was hat euch vor vier Jahren dazu bewogen, die solutions.hamburg ins Leben zu rufen?

Wir haben gemerkt, dass alle Branchenveranstaltungen, beispielsweise von Juristen oder Einkäufern, Digitalisierung als ein Thema hatten. Da redeten dann alle Juristen miteinander. Eigentlich müssten sie sich aber mit allen anderen Fachbereichen eines Unternehmens austauschen. Digitalisierung ist eben kein Einzel- sondern ein Teamsport. Unternehmen sind in einem teilweise radikalen Umbruch. Es geht in Richtung Agilität, arbeiten in selbstbestimmten Teams und Aufbrechen von Silos. Damit meine ich: Es gibt eigentlich keine Digitalisierungsprojekte, die nur einen Fachbereich betreffen. Auf der #shh19 bringen wir Fach- und Führungskräfte daher branchenübergreifend zusammen. Deswegen haben wir den Slogan „Digitalisierung ist Teamsport“ erfunden.

Es ist uns wichtig, deutlich zu machen, dass der Erfolg in der Digitalisierung niemals alleine gelingt. Es gelingt nur, wenn man gemeinsam in einem Unternehmen an einem Strang zieht, über tradierte Grenzen hinweg. Das ist die Kernbotschaft.

Warum habt ihr euch für einen Plattformkongress entschieden?

Digitalisierung ist einfach ein so großes, umfassendes Thema. Da ist die Idee entstanden, eine Plattform zu bieten: Die Partner sind unsere Stars. Wir schauen, dass sie Themen besetzen, die passen, und dass dort keine bloßen Unternehmens- oder Produktpräsentationen abgespult werden. Die Empfehlung ist: Moderiere deinen Track und hole Kunden und Partner, die von Projekten und auch Problemen berichten. Ziel ist, dass jeder Anwesende die Vorträge verstehen kann, jeder von den Erfahrungen anderer profitieren kann.

Was ist der Hintergrund der Gliederung in die Tagesthemen: Strategy, Collaboration und Technology?

Die Menschen haben in der Regel nicht alle drei Tage lang Zeit. Daher haben wir das Programm so strukturiert, dass es auf den drei wichtigen Säulen, die erfolgreiche Digitalisierungsprojekte auszeichnen, basiert. Am Anfang steht natürlich die Strategie. Dann weiß man schon einmal, in welche Richtung man rudern möchte. Dann gilt es, alle Mitarbeiter ins Boot zu holen und die Zusammenarbeit zu optimieren. Abschließend stehen dann die Werkzeuge im Fokus. Dabei geht es uns ausdrücklich darum, die Methoden, Werkzeuge und Technologien zu nutzen, die jetzt verfügbar sind. Unternehmer brauchen die Lösungen jetzt und nicht erst in fünf oder zehn Jahren.

Was begeistert dich persönlich an der Digitalisierung?

Früher war man als Informatiker ein Exot. Und heute: In nahezu allen Geschäftsprozessen spielt Informationstechnologie eine wichtige Rolle. Zudem sind Themen wie agile Prozesse auch branchenfern ein Thema. Dass diese Arbeitsmethode aus der IT auch woanders genutzt wird und sozusagen eine größere Bühne erreicht hat, hätte ich vor einigen Jahren noch nicht gedacht.

Ich bin zutiefst von den Vorzügen der Digitalisierung überzeugt: Es ist ein wenig wie Beratung mit Karma-Punkten: Man kommt nicht in Unternehmen, um die Leute – etwas überspitzt formuliert – auszuquetschen, sondern um das Miteinander und die Zusammenarbeit zu verbessern.

Und das bedeutet im optimalen Fall: Mehr Spaß an der Arbeit, bessere Ergebnisse und mehr Erfolg und Zukunftsfähigkeit für das Unternehmen.